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Das Dorf
Hellissandur liegt im Westen von Island in der Region Versturland und gehört zur
Gemeinde Snæfellsbær. Hellissandur ist ein kleiner Fischerort. Der Fischfang hat
hier eine lange Tradition. Schon im Mittelalter befand sich hier wegen der nahen
reichen Fischgründe ein Fischerort, gemäß den Quellen wohl das erste in Island
existierende Dorf. In früheren Zeiten standen die Frauen am Quai, wenn die Boote
zurückkamen, und die Männer mussten alle an Deck stehen, damit man sehen konnte,
dass keiner vermisst wurde. Die Frau mit den besten Augen (später dem besten
Fernglas) wurde gefragt, ob der jeweils eigene Ehemann auch dabei sei.
Es
existiert auch ein Fischereimuseum im Ort. Die Küste um die Spitze
von Snæfellsnes herum gilt als Schiffsfriedhof. So gab es im
17. Jahrhundert 300, im 18. Jahrhundert 400 Tote allein auf diesem
Küstenstrich zu beklagen, auch zwischen 1892 und 1895 strandeten
hier fünf große Schiffe und in den Jahren von 1910 bis 1920
starben 28 Seeleute. Die Reste eines englischen Trawlers, der in
den 30er Jahren hier strandete, findet man am Djúpalónssandur
immer noch über den Sand verstreut. Sie stehen inzwischen unter
Denkmalschutz.
In unmittelbarer Nachbarschaft des Orts
Hellissandur befindet sich seit 1959 eine Sendeanlage für Langwelle,
deren im gleichen Jahr errichteter 412 Meter hoher Sendemast
Gufuskálar das höchste Bauwerk Westeuropas ist. Diese Sendeanlage
wurde von 1959 bis Mitte der 1990er Jahre von der US-amerikanischen
Armee zur Funknavigation genutzt. Heute dient sie dem isländischen
Rundfunk zur Verbreitung eines Radioprogramms im Langwellenbereich.
Die ehemalige US-amerikanische Militäranlage verfügt über
elektromagnetisch abgeschirmte Wohnhäuser. Die Isländische
Nationalparkagentur UST nutzt das Gelände, wie auch die Isländische
Rettungsorganisation ICE-SAR ein Ausbildungszentrum, u. a. für
Erdbeben-Übungen auf dem Gelände eingerichtet hat. Bemerkenswert ist
auch der Fußballplatz, der sich inmitten eines Lavafeldes befindet.
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