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Im Landnahmebuch, dem Buch über die
Besiedelung von Island im 9. und 10. Jahrhundert, wird von
Herjólfur Sigurðsson berichtet, der sich das Land zwischen dem Kap
Búlandshöfði und dem Fjord Kirkjufjörður zu eigen gemacht hätte.
Man weiß nicht ganz genau, wo der Fjord Kirkjufjörður lag, aber
man nimmt an, es habe sich um den heutigen Fjord Grundarfjörður
gehandelt. In der Eyrbyggja saga, einer der Isländersagas, die v.
a. im nördlichen Snæfellsnes spielt, wird auch der Wikingersiedler
Vestar erwähnt, der sich auf einer Halbinsel im Osten des Fjordes
Grundarfjörður niedergelassen hätte. Seine Nachkommen lebten auf
der Landzunge Öndverðareyri und wurden Eyrbyggjar genannt. Daher
der Titel der Saga. Der Ort Grundarfjörður entstand aus einer
kleinen Ansiedlung, die sich zunächst während der dänischen
Monopolwirtschaft (1601–1786) um eine Handelsniederlassung der
Dänen herum gebildet hatte.
Nach Aufhebung des dänischen
Handelsmonopols wurde Grundarfjörður 1786 das Handelsrecht
zugesprochen. Daraufhin blühte der Ort etwas auf, dessen Name
zunächst Grafarnes lautete. Der Hafen war relativ günstig und
geschützt, allerdings damals nicht geeignet für hochseetüchtige
Schiffe. Andere Verkehrsverbindungen gab es aber fast nicht. Nur
einige Saumpfade führten über die Berge, die den Ort von allen
Seiten einschließen. Diese Isolation führte wohl auch dazu, dass
sich der dänische Verwaltungsamtmann nicht wie eigentlich geplant
in Grundarfjörður niederließ.
Um 1800 hatten sich für eine Zeit lang
Handel treibende und auf Fischfang fahrende Franzosen in
Grundarfjörður niedergelassen, die sogar eine eigene Kirche und
ein eigenes Krankenhaus errichteten sowie einen eigenen Friedhof
anlegten. Sie hatten etwa 20 Fischerboote und verarbeiteten
Kabeljau zu Klippfisch. Ende der 1860er Jahre brachen sie die
Siedlung jedoch ab und nahmen alles mit in die Heimat, auch ihre
Toten. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Ort von Grundarkampur
nach Grafarnes verlegt. Ab 1906 entstand in Grafarnes ein
Fischerdorf. Ein Städtchen bildete sich dort ab 1940. 1953
strandete ein Fischerboot, die Edda GK, im Fjord. 8 von 17 Männern
konnten mit Hilfe der Anwohner gerettet werden. Ein Denkmal von
Árni Jónsson am Hafen erinnert an das Ereignis. Seit 1963 befindet
sich auch der Pfarrsitz in Grundarfjörður und aus diesem Grunde
wurde eine Kirche errichtet. Der Hafen wurde 1978 noch weiter
ausgebaut, so dass er sich heutzutage sehr gut für die Fischerei
eignet. 2006 wurde eine höhere Schule eröffnet.
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