GESCHICHTE


Allgemeines

Island ist mit rund 103.000 km² (Landfläche: 100.250 km², Wasserfläche: 2.750 km², mit Fischereizone 758.000 km²) – nach dem Vereinigten Königreich – der flächenmäßig zweitgrößte Inselstaat Europas. Die Hauptinsel ist die größte Vulkaninsel der Erde und befindet sich knapp südlich des nördlichen Polarkreises. Island ist Mitglied der EFTA, des Europäischen Wirtschaftsraums, des Nordischen Rates sowie Gründungsmitglied der NATO. Die 336.060 Einwohner (Juni 2016) leben in dem am dünnsten besiedelten Land Europas. Über 60 Prozent der isländischen Bevölkerung konzentrieren sich auf die Hauptstadtregion von Reykjavík.


ZEITTAFEL (Auswahl)

870

Als Entdecker Islands gilt der schwedische Wikinger Gardar Svavarsson, der um 870 in Húsavík in Nordisland überwinterte und die Insel nach sich selbst Garðarsholmur (Gardarsholm) benannte.

9./10. Jahrhundert

Nach den schriftlichen Quellen wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Auswanderer aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Archäologisch ist jedoch eine frühere Besiedlung nachweisbar. Auf den Westmännerinseln wurden die Grundmauern eines typisch norwegischen Langhauses unterhalb einer Lavaschicht aus dem 7. Jahrhundert entdeckt. Auf die Zeit um 900 reichen die deutsch-isländischen Beziehungen zurück.

982

Laut populärer Geschichtsschreibung entdeckte Erik der Rote von Island aus Grönland. Tatsächlich war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte, Gunnbjörn Úlfsson, nach ihm folgte Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Immerhin, Erik der Rote umrundete die Südspitze und erreichte so die grönländische Westküste.

1000

Der Isländer Leifur Eiríksson an der Nordspitze von Neufundland und gründete dort eine – nicht dauerhafte – Ansiedlung: L’Anse aux Meadows.

1056

Auf Island werden Bischöfe ernannt

1262

Island gerät unter norwegische Herrschaft

1380

Norwegen kommt unter dänische Herrschaft

1397

Bildung der Kalmarer Union / Island wird zusammen mit Norwegen unter dänischer Krone regiert

1552

Auf Anordnung des dänischen Königs Christian III. wird auf Island die Reformation durchgesetzt

1783/784

Ausbruch der Laki-Vulkankette / Viele Isländer verlieren ihr Leben, die Tier- und Pflanzenwelt wird stark geschädigt / Extreme Wetterbeeinflussung in ganz Europa mit vielen Toten

1814

Der Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit. Das alte Mutterland Norwegen fiel zwar an Schweden, konnte sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen.

1904

Dänemark gewährt den Isländern Autonomie

1911

Gründung der ersten Universität auf Island

1915

Einführung des Frauenwahlrechtes

1917

Bildung der ersten Regierung von Island

1918

Island wird unabhängig, bleibt aber mit Dänemark eng verbunden / Die Isländische Flagge wird erstmals gehisst / Der dänische König Christian X. blieb aber bis zur Gründung der Republik, am 17. Juni 1944, das isländische Staatsoberhaupt

10.Mai 1940

Besetzung durch britische Truppen unter Verletzung von Island's Neutralität, um eine mögliche Invasion durch das Deutsche Reich zu vereiteln. 1941 wurden sie von Truppen der US Army verstärkt und größtenteils ersetzt.

17.Juni 1944

Ausrufung der Demokratischen Republik Island. Dänemark stand zu diesem Zeitpunkt noch unter deutscher Besatzung. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen, und es war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO.

1963

die zu den Westmänner-inseln gehörende Insel Surtsey entstand durch einen unterseeischen Vulkanausbruch.

1973

Die ebenfalls zu den Westmänner-inseln gehörende Insel heimaey  wird durch den Ausbruch des Vulkans Eldfell verwüstet und vergrößert.

1994

Mitgliedschaft des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR).

1996

Ein Ausbruch des Grímsvötn im Vatnajökull-Gebiet verursachte einen außergewöhnlich starken Gletscherlauf im Bereich Skeiðarásande und zerstörte große Teile der Ringstraße.

2001

Beitritt zum Schengener Abkommen

24.Februar 2010

die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen zur EU. Nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 musste aufgrund der ausgetretenen Vulkanasche der Flugverkehr in weiten Teilen Nord- und Mitteleuropas Mitte April 2010 für mehrere Tage eingestellt werden, was eine bis dahin beispiellose Beeinträchtigung des Luftverkehrs in Europa infolge eines Naturereignisses darstellte.

2013

Nach der Parlamentswahl 2013 beschloss die neue konservative und EU-skeptische Regierung um Premierminister Gunnlaugsson, die Verhandlungen auf unbestimmte Zeit auszusetzen.

12.März 2015

Rücknahme des Beitrittsantrages nach politischen Veränderungen

2021

Im februar bricht auf der Rejkjanes-Halbinsel ein Vulkan aus, der zusammen mit den Lavaströmen zu einer Touristenattraktion wird. Im Jahr 2023 erfolgt ein weiterer Ausbruch.

2023

Im Juli öffnet sich südlich von Rejkiavik eine Spalte, nachdem es zuvor hunderte von kleinen Erdbeben gegeben hat.

2024 / 2025

Die insel ist von diversen Vulkanausbrüchen im Bereich Grindavik betroffen. Zudem erwachen mehrere andere Vulkane auf der gesamten insel (ohne Ausbrüche)


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