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Air Luxor war eine auf dem Flughafen
Lissabon beheimatete portugiesische Fluggesellschaft, die ihren
Betrieb im Jahr 2006 eingestellt hat.
Air Luxor wurde im Jahr 1988 in
Lissabon von der portugiesischen Familie Mirpuri als
Lufttaxiunternehmen gegründet. Die Aufnahme des Flugbetriebs
erfolgte im Folgejahr mit zwei Aero Commander (500S sowie 690B)
und einer Cessna P206. Die Gesellschaft stellte Anfang der
1990er Jahre mit einer Cessna 501 Citation I ihr erstes
Strahlflugzeug in Dienst. Im Frühjahr 1996 ging der
Geschäftsführer Paulo Mirpuri eine Kooperation mit der
US-amerikanischen Executive Jet Aviation ein, wodurch innerhalb
von Air Luxor die Firmensparte NetJets - Transportes Aéreos
entstand. Air Luxor leaste im selben Jahr von dem
US-amerikanischen Partnerunternehmen eine Cessna 500 Citation
und sieben Cessna S550 Citation II, die sie unter der neuen
Marke NetJets Europe auf internationalen Geschäftsflügen
einsetzte. Gleichzeitig eröffnete Air Luxor Niederlassungen auf
den Flughäfen Exeter (Großbritannien) und Paris-Le Bourget
(Frankreich), wo zunächst jeweils eine Cessna 550
beziehungsweise eine Dassault Falcon 20E stationiert waren. Bis
Frühjahr 1997 richtete sie eine weitere Niederlassung in
London-Luton sowie eine Tochterfirma in Macau (damals
portugiesische Kolonie) ein.
Im Juni 1997 mietete Air Luxor ein
Großraumflugzeug des Typs Lockheed L-1011-500 Tristar von Air
Madeira, das sie im Anschluss für diese Gesellschaft und andere
Unternehmen im Wetlease einsetzte. Ein zweites Verkehrsflugzeug
dieses Typs übernahm sie im Jahr 1999. Die Flotte wurde ab
Anfang 1999 mit Geschäftsflugzeugen der Typen BAe 125, Dassault
Falcon 2000 und Hawker 800P erheblich vergrößert. Air Luxor
betrieb im Frühjahr 2001 fünf Cessna 550, eine Cessna 560XL,
drei Cessna 650, zwei BAe 125, zehn Hawker 800P, eine Dassault
Falcon 20E, zwei Dassault Falcon 900 und fünf Dassault Falcon
2000 im Geschäftsflugverkehr unter der Marke Netjets Europe. Zu
dieser Zeit waren weitere acht Dassault Falcon 2000 bestellt.
Gleichzeitig kamen zwei Airbus A320-200 und zwei Lockheed
L-1011-500 auf Charterflügen sowie im Auftrag anderer
Fluggesellschaften zum Einsatz. Im Zuge einer Umstrukturierung
der Unternehmensgruppe wurde die Firmensparte Netjets im Jahr
2001 als eigenständiges Unternehmen ausgelagert. Gleichzeitig
trat Air Luxor den größten Teil der Geschäftsflugzeuge an die
neue Gesellschaft ab. Im Frühjahr 2002 setzte das Unternehmen
fünf Airbus A320 und zwei Lockheed Tristar im Charterverkehr
sowie im Rahmen von ACMI-Vermietungen für andere
Fluggesellschaften ein. Daneben waren weiterhin je eine Cessna
560XL, Cessna 750, Dassault Falcon 20E, Dassault Falcon 900 und
Dassault Falcon 2000 auf Air Luxor registriert. Der erste Airbus
A330-300 ergänzte am 4. Dezember 2002 die Flotte, ein zweiter
folgte am 30. Juni 2003.
Im September 2002 entstand mit der Air
Luxor STP (IATA-Code: C2, ICAO-Code: ALU) ein Tochterunternehmen
in São Tomé und Príncipe, an dem die portugiesische Gesellschaft
eine 49%ige Beteiligung hielt. Im Folgejahr gründete die
Unternehmensgruppe mit der Air Luxor GB (IATA-Code: L8,
ICAO-Code: LXG) eine weitere Tochtergesellschaft in
Guinea-Bissau. Die afrikanischen Gesellschaften setzten vom
Mutterunternehmen gemietete Airbus A320 ein und führten primär
Linienflüge nach Lissabon durch.
Das Unternehmen verfügte im Frühjahr
2005 über vier Airbus A320-200, zwei Airbus A330-300 und zwei
Lockheed L-1011-500, wobei letztere an die portugiesische
Charterfluggesellschaft Luzair vermietet waren. Im Oktober 2005
wurde bekannt, dass Air Luxor im Folgejahr in Hi Fly umbenannt
werden würde, um sie stärker von der luxemburgischen Luxair und
der ägyptischen Luxor Air abzugrenzen. Noch im selben Monat
unterbreitete die portugiesisch-kanadische Longstock Financial
Group ein Übernahmeangebot für die Fluggesellschaft, wobei sie
primär an deren ACMI-Leasinggeschäften interessiert war. Während
der Verkaufsverhandlungen gründete Paulo Mirpuri, der
Geschäftsführer von Air Luxor, ein neues Unternehmen namens Hi
Fly, in das er den Charterflugbereich von Air Luxor auslagerte.
Anfang
Juli 2006 wurde Air Luxor, die bis dahin den Flugbetrieb für das
Schwesterunternehmen Hi Fly durchgeführt hatte, zum Preis von
150 Millionen Euro an die Longstock Financial Group verkauft.
Die Longstock Financial Group übernahm dabei auch zwei Airbus
A320, die Air Luxor seit Mai 2004 langfristig von dem
Leasingunternehmen AWAS gemietet hatte. Anfang September 2006
wurden die zwei Flugzeuge, welche die Gesellschaft damals für
die französische Aigle Azur einsetzte, wegen offener
Leasingraten in Paris-Orly kurzzeitig beschlagnahmt. Nachdem die
französischen Behörden beide Maschinen im Oktober 2006 aus
gleichem Grund nochmals stilllegen mussten, wurde Air Luxor das
Air Operator Certificate von der portugiesischen
Luftfahrtbehörde noch im selben Monat entzogen. Gleichzeitig
stellten auch ihre zwei afrikanischen Tochterunternehmen den
Flugbetrieb ein.
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